Beschreibung
Mit »Gegenwart« legt die norddeutsche Indie-Post-Punkband Shatten (ex-Findus) ein Album vor, das sich einer zentralen Frage unserer Zeit stellt: Wie bleibt man weich in einer Welt, die immer härter wird? Inspiriert von Olga Ravns Gedankenspiel »How to stay soft in a hard world?« entfaltet die Band ein Werk zwischen Widerstand und Verletzlichkeit – politisch wach, aber nie platt. Erscheint als Vinyl-LP auf Misitunes.
Schon in »Chinaschilf« formulieren Shatten ihr Unbehagen deutlich: »Sich den Dingen in den Weg stellen. Der Sprache widersprechen lernen.« Es ist ein Aufbegehren gegen eskalierende Konflikte, gegen Klimakrise, gegen das laute Dominieren männlicher Egos. Doch statt Parolen zu skandieren, suchen sie nach einer neuen, weicheren Sprache. Songs wie »Raben« verhandeln Formen des Widerstands, während »Apokalypse«, »Paranoia« oder »Der Gast« nach innen blicken und diffuse Ängste ausloten. Gleichzeitig blitzt in »Cowboy« oder »Wuppertal« eine beinahe naive Lust am Neuanfang auf.
Musikalisch lösen sich Shatten spürbar von ihren Punk-Wurzeln. »Gegenwart« klingt freier, verspielter, stellenweise fast leichtfüßig. Der meist zarte, klare Gesang wird nur punktuell scharf und direkt. Die Instrumentierung wirkt offener, weniger stoisch als zuvor – und verleiht dem Album Dynamik und Wärme. Trotz hörbarer Verankerung im Hamburger Indierock erinnern Shatten eher an amerikanische Größen wie The National, Modest Mouse oder Built to Spill. Im deutschsprachigen Kontext stehen sie Bands wie Erregung öffentlicher Erregung, International Music oder Die Nerven nahe.







