Sedl­meir – Melo­di­en sind sein Leben LP

13,50 


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Beschreibung

Mit E‑Gitarre, Retro-Future-Elek­tro­nik und einem Fai­ble für schmut­zi­ge Chan­sons kre­iert Sedl­meir sich eine eige­ne Nische im Affen­thea­ter Show­ge­schäft: Den Hard Schla­ger. Sedl­meir zer­legt sei­ne Eitel­kei­ten mit Poe­sie, Ges­tus und schwar­zem Humor und schil­lert dabei, als hät­te er ein Enga­ge­ment im Vegas der 1970er Jah­re. Sei­ne Quel­le ist das Fass ohne Boden: Die Dua­li­tät, die allem inne­wohnt, der Glanz im Dre­cki­gen, das Erbärm­li­che im Famo­sen.

Gleich im Ope­ner »Melo­di­en sind sein Leben« führt er den wis­sen­schaft­li­chen Nach­weis, dass jemand wie er – schon allein sei­ner phy­si­schen Kon­sis­tenz wegen – nur für Melo­die und Rhyth­mus geschaf­fen sein kann. Dass er dem­zu­fol­ge zum Arbei­ten nicht taugt, klärt sich spä­tes­tens im drit­ten Song, »Seni­or 21 Volt«: »Zum Ren­nen schon zu alt / zum Mar­schie­ren noch zu jung / ich steh noch immer ger­ne rum«. Der Arbei­ter­klas­se trotz­dem irgend­wie ver­bun­den, ent­bin­det das »Lied vom ein­fa­chen Mann« den Schlau­mei­er von sei­nem Glau­ben, über­haupt auch nur irgend­et­was zu wis­sen. Sedl­meir selbst begehrt den »Kon­rad-Weiss-Preis«, den Preis für Unwis­sen­heit, den er aber zunächst selbst erfin­den muss. »Weißt du wirk­lich, was du weißt, Kon­rad Weiss?« – Im letz­ten Song, »1972«, ver­mi­schen sich nicht nur Glück und Pech, son­dern auch Iden­ti­tä­ten: »Wenn man dich dann ein­mal fra­gen wür­de, wer die­ser Mensch dort eigent­lich ist / ich weiß was du dann sagen wür­dest: der dort, mein Freund, bin ich.«

Ob am Ende Sedl­meir Gene Sim­mons ist, oder du Sedl­meir, kann das Album frei­lich nicht klä­ren, aber eines steht fest, und dar­auf kommt es an: Melo­di­en sind sein Leben.

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