Patrick Bade – Music Wars 1937–1945 (Buch)

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Beschreibung

Pro­pa­gan­da, Göt­ter­fun­ken, Swing: Musik im Zwei­ten Welt­krieg.

Patrick Bade hat eine kennt­nis­rei­che Musik­ge­schich­te des Zwei­ten Welt­kriegs geschrie­ben. Er erzählt von den vie­len ver­schie­de­nen Bedeu­tun­gen und Funk­tio­nen, die Musik ange­sichts von Zer­stö­rung, Tod und Gewalt bekom­men hat.

Im Zwei­ten Welt­krieg spiel­te Musik eine bis dahin bei­spiel­lo­se Rol­le: Ob live oder über die neu­en Medi­en Rund­funk, Film oder Schall­plat­te unter­füt­ter­te Musik die Pro­pa­gan­da, sie soll­te die eige­ne Moral stär­ken und die der Fein­de schwä­chen. Musik wur­de ganz unver­hüllt als Pro­pa­gan­da­mit­tel ein­ge­setzt, sie war aber auch ‚Über­le­bens­eli­xier‘ und dien­te zur Ablen­kung: Klas­si­sche Kon­zer­te und Opern, die unter gefähr­lichs­ten Umstän­den auf­ge­führt wur­den, waren in allen am Krieg betei­lig­ten Län­dern gut besucht. Die Men­schen tanz­ten zu Swing und Schla­gern und ver­lieb­ten sich – gera­de weil jeder Tag der letz­te sein konn­te.

Und Bade erzählt sehr anschau­lich von denen, deren Beru­fung die Musik war – von Kom­po­nis­ten, Diri­gen­ten, Musi­kern, Sän­ge­rin­nen und Sän­gern: Nicht weni­ge bezahl­ten mit ihrem Leben, ande­re muss­ten ins Exil gehen. Die meis­ten, die in Deutsch­land blie­ben, kol­la­bo­rier­ten und pro­fi­tier­ten von den Ereig­nis­sen. Auf alli­ier­ter Sei­te nah­men vie­le mit ihrer Musik aktiv am Kriegs­ge­sche­hen teil und mach­ten die­se zur Waf­fe gegen den Faschis­mus.

Alle Kriegs­par­tei­en erkann­ten den pro­pa­gan­dis­ti­schen Nut­zen der Musik und setz­ten die­se viel­fäl­tig ein. So ver­stärk­te die Pia­nis­tin Myra Hess die Ent­schlos­sen­heit der Lon­do­ner Bevöl­ke­rung durch eine Rei­he von Mit­tags­kon­zer­ten in der Natio­nal Gal­le­ry. Die Bay­reu­ther Fest­spie­le öff­ne­ten ihre Türen für Kriegs­ver­letz­te und Muni­ti­ons­ar­bei­ter, und in Paris boten die deut­schen Besat­zer unzäh­li­ge Musik­ver­an­stal­tun­gen an. Die klas­si­sche Musik blüh­te und erreich­te ein neu­es Publi­kum.

Eine mäch­ti­ge Waf­fe beim Ein­satz der Musik für den Krieg war der Swing, der eine unwi­der­steh­li­che Kraft ent­fal­te­te, die auch die Nazis zu nut­zen ver­such­ten.

Am Ende war aber jene Musik am wirk­sams­ten, die zen­tra­le Emo­tio­nen und Erfah­run­gen des Krie­ges wie Ver­lust, Tren­nung, Hoff­nung und Sehn­sucht zum Inhalt hat­te, oft als Schnul­ze kom­po­niert. In Groß­bri­tan­ni­en steht dafür vor allem Vera Lynn mit ihrem berühm­ten Titel We’ll Meet Again, in Nazi-Deutsch­land war es Zarah Lean­der mit Ich weiß, es wird ein­mal ein Wun­der gesche­hen; dann gelang Lale Ander­sen mit Lili Mar­le­en im Deut­schen Reich ein Mil­lio­nen­er­folg, der bei allen Kriegs­par­tei­en bald zum inter­na­tio­na­len Sol­da­ten­lied avan­cier­te.

Patrick Bade ist seit 1981 Dozent an der Christie’s Edu­ca­ti­on in Lon­don und arbei­tet am Lon­don Jewish Cul­tu­ral Cent­re. Er publi­ziert regel­mä­ßig über bil­den­de Kunst und Musik.

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