Lie­der­ma­cher in Deutsch­land – Vol.2, Für wen wir sin­gen (3fach-)CD

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Beschreibung

Various – Lie­der­ma­cher in Deutsch­land: Vol.2, Für wen wir sin­gen (3‑CD)

3‑CD im luxu­riö­sen 8‑seitigen Digi­pac mit 172-sei­ti­gem Book­let, Spiel­dau­er 4h.

Für wen wir sin­gen, Vol. 2

Lie­der­ma­cher in Deutsch­land

In der ers­ten Aus­ga­be der Samm­lung ‚Für wen wir sin­gen‘ lag der Schwer­punkt auf den Anfän­gen der deut­schen Lie­der­ma­cher­sze­ne im Umfeld und in der Fol­ge der Fes­ti­vals auf der Burg Wal­deck sowie auf der sich damals eben­falls ent­wi­ckeln­den deutsch­spra­chi­gen Folk­s­ze­ne. Die hier vor­lie­gen­den CDs ver­mit­teln einen Ein­druck von den ‚beweg­ten‘ Zei­ten, in denen Lie­der­ma­cher poli­ti­sche und gesell­schaft­li­che Kon­flik­te in ihren Tex­ten arti­ku­lier­ten und teil­wei­se auch zum Sprach­rohr der neu­en Bewe­gun­gen wur­den. Die CD ‚Neue Töne in der DDR‘ doku­men­tiert, wel­che Rol­le Lied und Chan­son ab den 60er Jah­ren in der DDR spiel­ten.

Aus­führ­li­che Infor­ma­tio­nen zur Geschich­te des Begriffs ‚Lie­der­ma­cher‘ sowie eine Lite­ra­tur­lis­te zum The­ma fin­den sich im Bei­heft von ‚Für wen wir sin­gen, Vol. 1‘.

Ich dan­ke erneut allen Musi­ke­rin­nen und Musi­kern, die auch für die zwei­te Aus­ga­be die­ser umfang­rei­chen Samm­lung mit ihren ganz per­sön­li­chen Erin­ne­run­gen und Infor­ma­tio­nen dazu bei­getra­gen haben, ihre Lie­der im his­to­ri­schen Zusam­men­hang leben­dig wer­den zu las­sen (alle im Book­let ver­wen­de­ten Zita­te bezie­hen sich dar­auf). Mein beson­de­rer Dank gilt die­ses Mal Lutz Kir­chen­witz, der für die Zusam­men­stel­lung und den Text der CD ‚Neue Töne aus der DDR‘ sorg­te. Micha­el Kleff

Der Jour­na­list Micha­el Kleff lebt und arbei­tet in Bonn und New York. Mit dem The­ma ‚Lied‘ ist er in mehr­fa­cher Hin­sicht seit vie­len Jah­ren befaßt – als Mode­ra­tor des ‚Lie­der-Ladens‘ im Deutsch­land­funk, als Vor­sit­zen­der des Ver­eins deutsch­spra­chi­ge Musik, der die Lie­der­bes­ten­lis­te ver­ant­wor­tet, und auch als Chef vom Dienst des Musik­ma­ga­zins ‚Fol­ker!‘.

Der Kul­tur­wis­sen­schaft­ler Lutz Kir­chen­witz war in der DDR-Lied­sze­ne aktiv. Er lebt in Ber­lin, ist Vor­sit­zen­der des Ver­eins Lied und sozia­le Bewe­gun­gen und Lei­ter des Fes­ti­vals Musik und Poli­tik.

Die Lie­der­bes­ten­lis­te – „Eine monat­li­che Hit­pa­ra­de der beson­de­ren Art“ (‚melo­die & rhyth­mus‘). www.liederbestenliste.de

Eine Stim­me für das Lied – ‚Fol­ker!‘ Das Maga­zin für Folk, Lied und Welt­mu­sik www.folker.de

Hei­ßer Herbst – Pro­test und lin­ke Lie­der

Novem­ber 1966. Die SPD erklär­te sich zur Koali­ti­on mit den Uni­ons­par­tei­en bereit. Zum ers­ten Mal in der Geschich­te der Bun­des­re­pu­blik kam es in Bonn zu einer Gro­ßen Koali­ti­on. Das neue Kabi­nett sah ange­sichts der wirt­schaft­li­chen Rezes­si­on jener Jah­re in einer „expan­si­ven und sta­bi­li­täts­ori­en­tier­ten Wirt­schafts­po­li­tik das Gebot der Stun­de“ (Kurt Georg Kie­sin­ger in sei­ner Regie­rungs­er­klä­rung vom 13.12.1966). Unter dem Namen ‚Kon­zer­tier­te Akti­on‘ setz­ten sich Ver­tre­ter der Arbeit­ge­ber, der Gewerk­schaf­ten und der Bun­des­re­gie­rung an einen Tisch, um gemein­sam Stra­te­gi­en zur Ver­bes­se­rung der Wirt­schaft zu dis­ku­tie­ren. Wäh­rend trotz wirt­schaft­li­cher Pro­ble­me die Kriegs- und Trüm­mer­ge­nera­ti­on mehr und mehr zufrie­den auf ihre mate­ri­el­len Leis­tun­gen zurück­blick­te und die Früch­te des Wie­der­auf­baus genoß, war eine neue Genera­ti­on auf­ge­wach­sen. Sie hat­te in der Schu­le gelernt, „die gesell­schaft­li­chen Ursa­chen für Not und Elend, Armut und Hun­ger zu erken­nen“. Den Men­schen wur­den die Frau­en und Män­ner des Wider­stands im Drit­ten Reich als leuch­ten­de Bei­spie­le für Zivil­cou­ra­ge vor Augen geführt, und sie erfuh­ren im Staats­bür­ger­kun­de­un­ter­richt, daß „poli­ti­sche Selbst­be­stim­mung nicht in Gesell­schaf­ten ver­wirk­licht wer­den kann, in denen ent­schei­den­de sozia­le und öko­no­mi­sche Berei­che demo­kra­ti­scher Gestal­tung ent­zo­gen wer­den.“

Die Rea­li­tät stand Ende der 60er, Anfang der 70er Jah­re jedoch in einem kras­sen Gegen­satz zu die­sem Ide­al­bild einer frei­heit­li­chen und men­schen­wür­di­gen Welt. Die ‚Schutz­macht USA‘ führ­te in Viet­nam einen nie erklär­ten Krieg. Im NATO-Mit­glieds­staat Grie­chen­land setz­te eine Grup­pe von Obris­ten die Ver­fas­sung außer Kraft und errich­te­te eine Mili­tär­dik­ta­tur. Die aus­ge­wie­se­nen Rüs­tungs­aus­ga­ben der Welt erreich­ten 1967 den schwin­del­erre­gen­den Betrag von 165 Mil­li­ar­den US-Dol­lar. Die­ser Welt ver­wei­ger­te eine zuneh­men­de Zahl vor allem jugend­li­cher Men­schen die Zustim­mung. So ent­stan­den die Stu­den­ten­be­we­gung und die außer­par­la­men­ta­ri­sche Oppo­si­ti­on. Die Ermor­dung von Ben­no Ohnes­org bei der Demons­tra­ti­on gegen den Besuch des Schahs von Per­si­en in Ber­lin im Juni 1967 und die Ver­ab­schie­dung der Not­stands­ge­set­ze im Mai des dar­auf­fol­gen­den Jah­res ver­grö­ßer­ten die Kluft zwi­schen dem gesell­schaft­li­chen Estab­lish­ment und den Geg­nern der Gro­ßen Koali­ti­on. Als im Sep­tem­ber 1969 FDP und SPD die Regie­rungs­ver­ant­wor­tung über­nah­men, ver­sprach Bun­des­kanz­ler Wil­ly Brandt, mehr Demo­kra­tie zu wagen. Dies gab so man­chem die Hoff­nung auf Reform­be­reit­schaft und Reform­fä­hig­keit zurück. Doch der Hoff­nungs­schim­mer ver­ging schnell. Berufs­ver­bo­te, Arbeits­lo­sig­keit, Viet­nam­krieg, Atom­rüs­tung und Atom­kraft­wer­ke wur­den zu den bestim­men­den The­men der gesell­schaft­li­chen Aus­ein­an­der­set­zung. Damals for­mier­ten sich neue gro­ße Bewe­gun­gen wie die Frie­dens­be­we­gung und die Anti-Atom-Bewe­gung sowie unzäh­li­ge Bür­ger­initia­ti­ven auf regio­na­ler Ebe­ne.

3‑CD im luxu­riö­sen 8‑seitigen Digi­pac mit 172-sei­ti­gem Book­let, Spiel­dau­er 4h

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