Lie­der­ma­cher in Deutsch­land – Vol.1, Für wen wir sin­gen (3fach-) CD

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Beschreibung

Various – Lie­der­ma­cher in Deutsch­land: Vol.1, Für wen wir sin­gen (3‑CD)

3‑CD im luxu­riö­sen 8‑seitigen Digi­pac mit 128-sei­ti­gem Book­let, Spiel­dau­er: 3h 50min.

CD Für wen wir sin­gen

Lie­der­ma­cher in Deutsch­land

Lie­der­ma­cher sind kei­ne Sache der Ver­gan­gen­heit. Auch wenn das Lied, vor allem das poli­ti­sche Lied, in Deutsch­land schon oft tot­ge­sagt wur­de. Doch allein ein Blick in die monat­lich erschei­nen­de ‚Lie­der­bes­ten­lis­te‘ zeigt, wie bunt und leben­dig die Sze­ne der Musi­ke­rin­nen und Musi­ker in die­sem Land ist, die ‚deutsch‘ sin­gen: Lie­der mit kri­ti­schen, nach­den­kens­wer­ten Tex­ten und einer Musik, die sich nicht unbe­dingt an ein­ge­fah­re­ne Hör­ge­wohn­hei­ten anlehnt. Das kann in vie­le Stil­rich­tun­gen gehen: ob klas­si­sches Chan­son, Folk, Pop, Blues, Rock, Jazz oder Rap. Sie alle ste­hen in einer lan­gen Tra­di­ti­on, die man bis zu den Trou­ba­dou­ren im Mit­tel­al­ter ver­fol­gen könn­te.

Ganz so weit reicht die Samm­lung ‚Für wen ich sin­ge – Lie­der­ma­cher in Deutsch­land‘ zeit­lich natür­lich nicht zurück. Dafür bie­tet das auf 12 CDs ange­leg­te Pro­jekt in die­ser Form erst­ma­lig einen Über­blick über die jüngs­te Geschich­te der Lie­der­ma­cher in Deutsch­land-West und Deutsch­land-Ost von Anfang der sech­zi­ger bis in die acht­zi­ger Jah­re des ver­gan­ge­nen Jahr­hun­derts hin­ein.

Tra­di­tio­nen, neue Lie­der und Deutsch­folk

Dabei geht es zunächst um die Wie­der­ent­de­ckung der deut­schen Lied­tra­di­tio­nen. Hein & Oss Krö­her und Peter Roh­land waren es, die sich schon lan­ge vor der neu­en Volks­lied­be­we­gung, u. a. in der Bün­di­schen Jugend, um das demo­kra­ti­sche Lied bemüht hat­ten. Zu den Stim­men, die dann in den frü­hen sech­zi­ger Jah­ren, inspi­riert vor allem von Künst­lern in Frank­reich oder in den USA, nach eige­nen Aus­drucks­for­men such­ten, gehör­ten vie­le heu­te bekann­te Namen wie u. a. Franz Josef Degen­hardt, Rein­hard Mey, Wal­ter Moss­mann, Chris­tof Stäh­lin, Die­ter Süver­krüp und Han­nes Wader. Ein ers­tes wich­ti­ges Forum waren für sie und vie­le wei­te­re Inter­pre­ten eines neu­en deut­schen Lie­des die Fes­ti­vals auf der Burg Wal­deck zwi­schen 1964 und 1969. Wenig spä­ter wur­de das deut­sche Folk­re­vi­val ein­ge­läu­tet, u. a. mit Fie­del Michel, Lie­der­jan und Zupf­gei­gen­han­sel. Sie woll­ten das Volks­lied nicht als musea­le Tra­di­ti­on pfle­gen, son­dern einen neu­en demo­kra­ti­schen Lied­typ schaf­fen.

Rote Lie­der, Dia­lekt­songs und neue Poe­ten

Die sieb­zi­ger Jah­re brach­ten poli­tisch hoch­be­weg­te Zei­ten. Lie­der­ma­cher kom­men­tier­ten Not­stands­ge­set­ze, Berufs­ver­bo­te, Arbeits­lo­sig­keit, Viet­nam­krieg, Atom­rüs­tung und Atom­kraft­wer­ke. Neben vie­len Künst­lern aus der Wal­deck-Ära eta­blier­ten sich auf die­se Wei­se neue Namen im poli­ti­schen Tages­ge­sche­hen – dar­un­ter das Lied­ka­ba­rett Floh de Colo­gne, Ekkes Frank oder Ler­ryn ali­as Die­ter Dehm. Das Folk­re­vi­val führ­te auch zu einer brei­ten Beschäf­ti­gung mit Dia­lek­ten. Vie­le Lie­der­ma­cher ent­deck­ten die Mund­ar­ten ihrer Hei­mat­re­gio­nen als ver­schüt­te­te Tra­di­tio­nen wie­der. So in Bay­ern die Bier­mösl Blosn. In Stutt­gart stimm­te Wol­le Kri­w­anek den schwä­bi­schen Blues an. Am Nie­der­rhein mach­te sich Gün­ter Gall um Sprach- und Lied­gut­pfle­ge ver­dient, im platt­deut­schen Raum waren es Han­nes Wader und Hel­mut Debus und im ‚Koh­len­pott‘ Frank Bai­er. Nicht zu ver­ges­sen die vie­len ande­ren Lie­der­ma­cher und Poe­ten, die zwi­schen Mit­te der sieb­zi­ger und den frü­hen acht­zi­ger Jah­ren die Sze­ne präg­ten wie Ber­nies Auto­bahn Band, Ina Deter, Joana oder Kon­stan­tin Wecker.

Lied und Chan­son in der DDR

Dann sind da Lied und Chan­son in der DDR – zwar ernst genom­men und geför­dert, als kri­ti­sche Lie­der aber bearg­wöhnt und als oppo­si­tio­nel­le unter­drückt. Künst­ler wie Hanns Eis­ler, Ernst Busch und Gise­la May führ­ten die Tra­di­ti­on des poli­ti­schen Songs und Chan­sons aus den zwan­zi­ger, drei­ßi­ger Jah­ren wei­ter. Wolf Bier­mann knüpf­te dar­an Anfang der sech­zi­ger Jah­re an, wur­de zum Kri­ti­ker des büro­kra­ti­schen Sozia­lis­mus und erhielt Auf­tritts- und Publi­ka­ti­ons­ver­bot. Zur glei­chen Zeit ent­stan­den so genann­te Hoo­ten­an­ny-Klubs, in denen Per­ry Fried­man, Hart­mut König, Bet­ti­na Weg­ner und ande­re auf­tra­ten. Unter ver­stärk­tem staat­li­chem Ein­fluß ent­wi­ckel­te sich dar­aus die FDJ-Sin­ge­be­we­gung mit zeit­wei­se 4.000 Klubs, dar­un­ter der Okto­ber­klub und die Song­grup­pe der TU Dres­den. In Abgren­zung von den Sin­ge­klubs ent­stan­den Mit­te der sieb­zi­ger Jah­re Lie­der­thea­ter wie Karls Enkel und Schicht sowie Folk­lo­re­grup­pen wie Folklän­der und Wachol­der. In den 80er Jah­ren arti­ku­lier­ten Ger­hard Gun­der­mann, Ste­phan Kraw­c­zyk, Hans-Eckardt Wen­zel und ande­re Lie­der­ma­cher die Dif­fe­renz zwi­schen pro­kla­mier­ter Ideo­lo­gie und Rea­li­tät und tru­gen so zum kri­ti­schen Dis­kurs in der DDR bei.

Lied­sze­ne Öster­reich und Schweiz

Nicht zu ver­ges­sen ist schließ­lich die Lied­sze­ne unse­rer deutsch­spra­chi­gen Nach­barn. Dazu zäh­len aus Öster­reich u. a. Wolf­gang Ambros, Arik Brau­er, Georg Dan­zer, Lud­wig Hirsch und die Schmet­ter­lin­ge. Aus der Schweiz sind es u. a. Aernschd Born, Franz Hoh­ler, Walt­her Lie­tha, Toni Ves­co­li und Tinu Hei­ni­ger, Namen, die in jenen Jah­ren eine wich­ti­ge Rol­le spiel­ten.

3‑CD im luxu­riö­sen 8‑seitigen Digi­pac mit 128-sei­ti­gem Book­let, Spiel­dau­er: 3h 50min

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