Gün­ter Rück­ert – Das Kar­bid­kom­man­do (Buch)

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Beschreibung

Im Jahr 1987, vor fast 30 Jah­ren, erschien der Comic „Das Kar­bid­kom­man­do“ über die Dort­mun­der Edel­weiss­pi­ra­ten das ers­te Mal. Gezeich­net hat­te ihn Gün­ter Rück­ert, bera­ten wur­de er dabei von dem ehe­ma­li­gen Edel­weiss­pi­ra­ten Kurt Piehl und Prof. Hans Mül­ler von der Dort­mun­der Geschichts­werk­statt.

Die spä­ten 80er Jah­re des letz­ten Jahr­hun­derts waren die Zeit als die Aus­ein­an­der­set­zung um den lang ver­dräng­ten und fast schon ver­ges­se­nen Wider­stand hun­der­ter, ja tau­sen­der, pro­le­ta­ri­scher Jugend­li­cher an Rhein und Ruhr voll ent­brannt war. Wie war die Abkehr der Mäd­chen und Jun­gen in Alter zwi­schen 13 und 20 von der Hit­ler­ju­gend und dem NS-Regime zu erklä­ren und zu deu­ten? Ihr Auf­tre­ten ging von stil­ler Ver­wei­ge­rung hin zu offen ableh­nend-anti­au­to­ri­tä­ren, selbst­be­wusst-pro­vo­zie­ren­den und aggres­siv-gewalt­tä­ti­gen Ver­hal­ten. Ange­sichts des Zwangs und der Gewalt des NS-Regimes wur­de ihr anfangs spon­ta­ner Wider­stand immer ziel­ge­rich­te­ter und radi­ka­ler. Es kam zu groß­an­ge­leg­ten Angrif­fen auf HJ und SA, Pro­pa­gan­da- und Sabo­ta­ge­ak­tio­nen und, in Köln, zu bewaff­ne­ten Gue­ril­la­ak­tio­nen gegen die NS-Dik­ta­tur. Wur­de die GeSta­Po den Edel­weiss­pi­ra­ten hab­haft waren Miss­hand­lun­gen und Fol­ter, Gefäng­nis und Jugend-KZ, Straf­ba­tal­lio­ne und Todes­stra­fe die Ant­wort des Regimes auf ihre Oppo­si­ti­on und Wider­stand. Ein Wider­stand der trotz jah­re­lan­ger Gleich­schal­tung, Über­wa­chung und Dik­ta­tur aus den ein­fa­chen Bevöl­ke­rungs­schich­ten der Metro­po­len erwuchs und sich jen­seits der mar­gi­na­len kirch­li­chen, gewerk­schaft­li­chen und par­tei­po­li­ti­schen Oppo­si­ti­on for­mier­te. Ein Wider­stand der sich offen zur Schau stell­te und die Dik­ta­tur her­aus­for­der­te. Dies ver­un­si­cher­te das NS-Regime.
Nach dem Krieg wur­den die Edel­weiss­pi­ra­ten, wenn sie sich über­haupt als sol­che zu erken­nen gaben, nicht als Wider­stands­kämp­fer aner­kannt. Bis spät in die 80er gal­ten sie Aka­de­mi­kern, Poli­ti­kern und Jour­na­lis­ten, wenn sie von ihnen über­haupt Kennt­nis hat­ten, als Kri­mi­nel­le. Und die­ses Urteil stütz­te sich oft auf die Akten der GeSta­Po. Es ist das Ver­dienst geschichts­in­ter­es­sier­ter lin­ker Initia­ti­ven, ein­zel­ner Wis­sen­schaft­ler und Jour­na­lis­ten zusam­men mit den über­le­ben­den Edel­weisspi­ra­tIn­nen den Wider­stand pro­le­ta­ri­scher Jugend­li­cher dem Ver­ges­sen zu ent­rei­ßen und den Stel­len­wert zu geben, den er ver­dient. Dabei kann man das Ver­dienst wie der Dort­mun­der Geschichts­werk­statt, dem Zeich­ner die­ses Comic, Gün­ter Rück­ert, und des Zeit­zeu­gen Kurt Piehl nicht genug wür­di­gen. Aus die­sem Grund kom­men in die­ser Neu­auf­la­ge des „Das Kar­bid­kom­man­do“ der 2001 ver­stor­be­ne Kurt Piehl, der Zeich­ner Gün­ter Rück­ert und Andre­as Mül­ler von der Geschichts­werk­statt aus­schließ­lich selbst zu Wort.

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